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Künstliche Intelligenz – Künstliche Dummheit

Posted in Technik, and Umwelt

Eine Meinung, wo wir technologisch eigentlich wirklich stehen.

Das menschliche Gehirn wiegt ca. 1500 Gramm. Und nein, das männliche Gehirn ist nicht größer als das weibliche.

Dem gegenübergestellt wiegt zum Beispiel das Gehirn einer Ameise 0,1 Milligramm.
Oder anders ausgedrückt: 15.000.000 Ameisengehirne wiegen in etwa soviel, wie ein menschliches Gehirn. Aber was ist denn auch schon eine Ameise im Vergleich zu uns,
der sogenannten Krone der Schöpfung., wie uns einige vom Aussterben bedrohte Religionsgemeinschaften gerne nennen?

Stell Dir vor, Du wachst morgens auf und bist eine Ameise. Du hast kein Handy, keinen Wecker, das Frühstück liegt nicht im Kühlschrank und um dich herum wuseln hunderttausende anderer Ameisen umher. Die erste Frage die Du dir vermutlichst stellst ist:

Wer bin ich?

Bin ich eine männliche oder eine weibliche Ameise? Oder eine Diverse? Oder etwa Königin?
Nach dem Du festgestellt hast, das im Ameisenhügel keine Selbstfindungsseminare angeboten werden und auch keine Arbeitsagentur für dich zuständig ist, machen wir dich hier der Einfachheit halber einfach zu einer weiblichen Ameise. Das ist in diesem Kontext einfach spannender, den die männlichen Ameisen fröhnen viel lieber den komplexen Aufgaben. Nämlich der Begattung einer Jungkönigin, wonach die männliche Ameise dann auch verstirbt. Nun ja, das war kurz und knapp aber immerhin gibt es schlechtere Arten um zu Tode zu kommen.

Zurück zu Dir, der weiblichen Ameise. Und nein, Du bist keine Könnigin sondern Arbeiterklasse. Du hast dich mit deiner neuen Rolle angefreundet.
Doch was genau sollst Du jetzt hier eigentlich machen? Du könntest:

  • Eine Soldatin sein. Und müsstest das Nest gegen alle möglichen Gefahren verteidigen. Von Feuer bis hin zu Fressfeinden, die größer sind als der ganze Ameisenbau.
    Zugegeben, der Job bietet relativ wenig Entwicklungsmöglichkeiten und die Lebenserwartung ist übersichtlich. Dafür hättest Du einen großen Kopf und starke Beisserchen.
  • Oder aber eine Arbeiterin, die größte Fraktion im Bau. Das nehmen wir doch gleich mal stellvertretend für dich. Und endlich geht’s los, dein erster Tag im Ameisenbau.
    Du bist Arbeiterin und stürzt dich mit vollster Hingabe in die Arbeit. Aber Moment mal?

Was soll ich denn eigentlich machen? Was ist meine Aufgabe?

DAs ist wirklich blöd gelaufen. Es gibt keine klare Arbeitsplatzbeschreibung, nirgendwo sind Vorgesetzte in Sicht die Dir sagen was Du tun sollst. So kann man doch nicht arbeiten, oder?
Vielleicht machst Du Dir in der Zwischenzeit einfach ein paar andere Gedanken.

  • Wo bin ich überhaupt? Und wie finde ich zurück, wenn ich jetzt den Bau verlasse?
  • Was kann ich essen? Und was nicht?
  • Wie kommuniziere ich mit den hunderttausenden anderen Kollegen und Kolleginnen?
  • Was mache ich wenn es zu kalt oder zu warm ist?
  • Oder wenn es regnet?
  • Woher weiß ich, was ich wo und wann zu bauen habe?
  • Und wie finde ich überhaupt die Baustelle im Nest?
  • Und wie unterscheide ich Baumaterial von anderen Dingen?
  • Woher weiß ich, wenn die Brut Hunger hat und versorgt werden muß?
  • Und was isst Ameisennachwuchs eigentlich?
  • Wie melkt man um Himmels Willen eine Blattlaus?
  • Und wohin damit, wenn geklappt hat?
  • Und wo ist überhaupt die Blattlaus-Plantage? Da wo alle hinrennen?
  • Jetzt bist Du auch noch Krankenpfleger und sollst dich kümmern.
  • Pilze sollst Du auch noch züchten
  • Und wissen, wie man es im Nest hygienisch zugehen lässt.
  • Andere Ameisen teilen Dir etwas mit. Über Duftspuren, die Du lesen können musst.
  • Andere wollen Dir etwas durch Berührungen oder Vibrationen mitteilen
  • Und kundschaften sollst Du auch noch, um die Art zu erhalten.

Du hast es sicher schon gemerkt. Jobtechnisch hast Du daneben gegriffen. Die männlichen Ameisen sind jetzt damit beschäftig hier und da einen Rivalen um die Ecke zu bringen um dann endlich, sobald ihnen Flügel gewachsen sind, mit der Jungkönigin … ach lassen wir das.
Es hat wohl jeder verstanden, das die Aufgaben nicht ganz gerecht verteilt wurden.

Aber ist das überhaupt wichtig?

Bemerkenswert oder? Wozu 0,1 Gramm Gehirn in der Lage sind. Und das, was ich aufgeschrieben habe, ist längst nicht alles.

Und jetzt kommen wir Menschen daher und versuchen uns in künstlicher Intelligenz.
Darunter versteht man üblicherweise, das Maschinen zu „intelligenten“ Leistungen, wie zum Beispiel Lernen, selbstständiges lösen von Problemen oder der Beurteilung von Situationen fähig sind.

Wie würde es aussehen, wenn wir einer Maschine versuchen, die Intelligenz eine Lebewesens mit einem Gehirn von 0,1 Gramm beizubringen? Insekten sind nicht intelligent? Genau. Spinat enthält ja auch sehr viel Eisen und Margarine ist gesund. Natürlich sind sie das und gilt mittlerweile als gefestigtes Wissen. Vielleicht schreibt in einigen Jahren etwas über die Intelligenz von Pflanzen und Pilzen? Denn im Grunde wissen wir fast gar nichts und von dem was wir wissen, haben wir das meiste nicht, oder leider falsch verstanden.

Oder warum machen wir sonst unseren eigenen Lebensraum kaputt?
Wie hoch ist denn unsere natürliche Intelligenz überhaupt?

Wie kamen denn Wissenschaftler früher zu der Annahme, das Tiere keine Gefühle hätten?
Sie hatten einfach keine Ahnung. Und das zuzugeben, ist anscheinend sehr schwer und hat sich nicht geändert.
Sie wussten nicht, das zum Beispiel Schwertwale in Sozialverbänden leben, rege miteinander kommunizieren und tiefe Verbindungen zueinander haben. Sie erkennen sich im Spiegel, wissen also wer sie sind. Und schreien herzzerreißend, wenn sie getrennt werden um dann in irgendwelchen Delphinarien für offensichtlich gestörte Menschen durch Ringe zu springen.

Zurück zur Ameise. Damit geht es im zweiten Teil weiter.

Update: Doch zuvor noch eine ergänzende Frage: Was genau ist eigentlich Intelligenz überhaupt? Bedeutet Intelligenz, das Rad und eine Dampfmaschine zu erfinden um zusammen mit vielen anderen Dingen den eigenen Lebensraum zu zerstören? Oder bedeutet Intelligenz, durch die Meere zu schwimmen, nur soviel Plankton zu fressen wie man zum Leben braucht und trotzdem ein soziales, kommunikatives Wesen zu sein das aber eben einfach auch mal zufrieden sein kann?

Um unsere eigene Dummheit besser zu verstehen, empfehle ich z. B. die Dokumentation „Blackfish“ von Gabriela Cowperthwaite. Vielleicht versteht man dann etwas besser was ich meine, wenn ich sage, das wir im Grunde nichts wissen und nichts verstanden haben.
Wir denken eben einfach nur, das es so ist.

— coming soon —

Dieser Beitrag stellt ausschliesslich meine persönlichen Meinung bzw. Wahrnehmung dar. Ich bin weder ein besserer oder schlechterer Mensch als andere Menschen und verhalte mich selbst in vielen Bereichen oft noch viel zu wenig vorbildhaft.